Sie möchten die Wahl Ihres Arbeitsortes möglichst energieeffizient gestalten und fragen sich, ob die Nutzung des Homeoffice in Ihrem Fall zielführend sein könnte? Oder Sie sind auf der Suche nach Optimierungsansätzen, um beispielsweise gesundheitlichen oder leistungsbezogenen Herausforderungen bei der Arbeit von zu Hause zu begegnen?
Diese Webapp bietet Ihnen die Möglichkeit schnell, kostenfrei und anonym Ihre persönliche Homeoffice-Praxis wissenschaftsbasiert zu evaluieren und einen direkten Vergleich mit verschiedenen Nutzungsalternativen vorzunehmen. Profitieren Sie sowohl von Energieverbrauchsberechnungen als auch von qualitativen Hinweisen und Tipps rund um die Homeoffice-Nutzung.
Im Rahmen des Projektes „HOffEn - Homeoffice und Energiewende“ sind wir im Zeitraum von Anfang 2022 bis Ende 2024 der Frage nach gegangen, inwiefern sich die Arbeit von zu Hause auf Menschen und Umwelt auswirkt und welche Implikationen für die Energiewende bestehen. Angestrebt war eine möglichst ganzheitliche Betrachtung, die schwerpunktmäßig Energieverbräche und Gesundheit und darüber hinaus weitere z.B. leistungsbezogene Aspekte einbezieht. Das Forschungsteam, bestehend aus den Partnern EBC, HLS, IÖW und E3D, ist entsprechend interdisziplinär aufgestellt. Um sowohl die Stärke verschiedener Auswirkungen von Homeoffice darlegen zu können als auch die Nutzungsweise von Homeoffice zu verstehen, stützt sich die Auswertung auf eine qualitative und quantitative Datenbasis. Unser abschließendes Ziel ist es mit dem hier präsentierten Tool Einzelpersonen und Unternehmen fundierte Entscheidungshilfen an die Hand zu geben, die eine möglichst energieeffiziente und funktionale Nutzung des Homeoffice unterstützen. In die Webanwendung integriert sind unsere projektübergreifenden Ergebnisse, die in Abhängigkeit Ihrer Angaben u.a. eine individuelle Analyse Ihrer spezifischen Situation ermöglichen. Der Gebrauch des Analysetools und der Ergebnisse wird im folgenden Abschnitt erläutert.
Die HOffEn-WebApp ist in drei Hauptbereiche unterteilt, die über die obere Navigationsleiste erreichbar sind:
Dieser Bereich ermöglicht es Einzelpersonen, die energetischen und klimatischen Auswirkungen ihrer individuellen Homeoffice-Nutzung zu bewerten. Nutzer*innen können Parameter wie Gebäudetyp, Wohnfläche, Heizverhalten, Pendelwege und IKT-Ausstattung eingeben und erhalten daraufhin Berechnungen zu Energieverbrauch und CO₂-Emissionen sowie individualisierte Handlungsempfehlungen. Die Anwendung nutzt zwei Eingabespalten (Ist-Zustand und Variation), um verschiedene Szenarien direkt miteinander vergleichen zu können.
Dieser Bereich richtet sich an Arbeitgeber*innen und Facility Manager*innen zur Bewertung der energetischen Auswirkungen verschiedener Homeoffice-Strategien auf Bürogebäude. Unternehmen können Gebäudeparameter, Büroauslastung und geplante Homeoffice-Anteile eingeben, um Veränderungen im Heizenergie-, Strom- und Kühlenergieverbrauch sowie strategische Empfehlungen für nachhaltige Homeoffice-Konzepte zu erhalten.
Dieser Bereich präsentiert die Ergebnisse der deutschlandweiten Hochrechnung in verständlicher Form und zeigt die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen verschiedener Homeoffice-Szenarien auf Energieverbräuche und CO₂-Emissionen im Wohn-, Nichtwohn- und Mobilitätssektor. Die statische Darstellung ermöglicht es Nutzer*innen, ihre individuellen Entscheidungen in einen größeren gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.
Die HOffEn-WebApp verwendet zwei Eingabespalten: "Input Ist-Zustand" und "Input Variation", die es ermöglichen, zwei verschiedene Situationen miteinander zu vergleichen. Im Privatpersonenbereich können Sie Gebäudedaten (Typ, Baujahr, Wohnfläche, Sanierungszustand), Ihren Homeoffice-Anteil (0–5 Tage pro Woche), Ihr Heizverhalten, Mobilität (Pendelentfernung und Verkehrsmittel) sowie Ihre IKT-Ausstattung eingeben. Als Ergebnisse erhalten Sie eine Darstellung des jährlichen Energieverbrauchs in kWh, eine Aufschlüsselung der CO₂-Emissionen aus Gebäudeenergie, Mobilität und IKT-Nutzung sowie personalisierte Empfehlungen und Hinweise zu gesundheitsförderlichen Maßnahmen.
Der Unternehmensbereich folgt dem gleichen Vergleichsprinzip mit zwei Spalten. Eingabeparameter umfassen Gebäudedaten (Baujahr, Nutzungsfläche, Bürostruktur), technische Ausstattung (Fensterlayout, Bauweise, Klimatisierungsstrategie), Homeoffice-Strategien und Büroauslastung. Die Ergebnisse zeigen den Energieverbrauch aufgeschlüsselt nach Heizung, Kühlung und elektrischem Energieverbrauch, die entsprechenden CO₂-Emissionen, die resultierende Büroauslastung sowie strategische Empfehlungen zur optimalen Gestaltung von Homeoffice-Konzepten.
Die Ergebnisse werden sowohl numerisch dargestellt, wobei die Gegenüberstellung der beiden Spalten direkt die Auswirkungen von Änderungen zeigt. Absolute Veränderungen helfen bei der Einschätzung der Relevanz von Unterschieden.
Die quantitativen Berechnungen basieren auf wissenschaftlich validierten Regressionsmodellen, die aus umfangreichen Gebäudesimulationen entwickelt wurden. Für Wohngebäude wurden über 560 Simulationsläufe durchgeführt, für Bürogebäude knapp 500. Die Modelle weisen hohe Vorhersagegenauigkeiten auf (R² zwischen 0,87 und 1,0) und wurden durch Kreuzvalidierung geprüft.
Die nachfolgenden qualitativen Hinweise und Reflexionsanregungen (Beispiele und Anekdoten) basieren auf Interviews und weiteren Studien, die im Rahmen des Projektes durchgeführt wurden. Es handelt sich um exemplarische, subjektive und kontextgeprägte Erfahrungen. Weder kann eine allgemeine Gültigkeit abgeleitet werden, noch handelt es sich um eine vollumfängliche Darstellung möglicher Szenarien. Bitte verstehen Sie die hier dargestellten Ergebnisse als Anregung, Ihre Homeoffice-Nutzung zu reflektieren, als Möglichkeit ggf. aus Erfahrungen anderer zu profitieren und als Hilfestellung zu einer überlegten, individuellen Umsetzung neuer Arbeitskonzepte. Homeoffice bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Um diese Vorteile bewusst zu nutzen und Nachteile zu umgehen oder zu kompensieren, existiert eine Vielzahl an Ansätzen und Strategien. Am Ende bleibt es bei einer stark individuell geprägten Abwägung zwischen den jeweiligen Vor- und Nachteilen. Langfristige Folgen sind teils nur schwer absehbar, sollten jedoch ebenso bei der Entscheidungsfindung Berücksichtigung finden. Ziel der qualitativen Hinweise ist es, einen „Blick über den Tellerrand“ zu ermöglichen, von den Erfahrungen anderer zu profitieren, und Personen und Unternehmen dazu zu befähigen, möglichst fundierte Entscheidungen zu treffen. Im Zweifelsfall betrifft dies nicht nur die Handhabung und den Umgang mit Homeoffice, sondern auch das richtige Maß der Homeoffice-Nutzung. Entsprechend werden auch Lösungen vorgeschlagen, die eine Reduktion des Homeoffice-Anteils vorsehen.
Stellenweise werden unsere Ergebnisse mit Kenntnissen aus der Literatur angereichert. Genannt seien hier folgende Quellen:
Erfolgreiche digitale Kommunikation:
Eine gute Planung und Vertrauen in neue Funktionen können digitale Kommunikation unter Umständen positiv beeinflussen. Um Zeitmanagement- und Organisationsschwierigkeiten in Folge digitaler Kommunikation zu vermeiden können neue Methoden hilfreich sein. Ein bewusster Umgang mit Zeit kann helfen. Ein Beispiel ist das aktive Einplanen kurzer Pausen zwischen aufeinanderfolgenden Meetings – direkte Anschlusstermine („Back-To-Back“) werden somit vermieden. Durch Reduzierung einer derart engen Taktung kann unter Umständen außerdem einem Stressanstieg infolge einer erhöhten Meetingdichte entgegengewirkt werden. Digitale Kommunikation kann zu einem Verlust zwischenmenschlicher Informationen führen. Gestik, Mimik und Körpersprache beispielsweise werden anders als im persönlichen Präsenzgespräch nur eingeschränkt übermittelt. Stimmung und Befinden des Gegenübers werden unter Umständen ebenfalls nur eingeschränkt wahrgenommen. Um dem entgegenzuwirken, bietet sich ein regelmäßiger Austausch im Team an. In einem Interview wurde das Anlegen eines Kapazitätenboards zu Beginn der Woche als Methode genannt, um beispielsweise Probleme/Stress und daraus resultierenden Unterstützungsbedarf zu identifizieren. Laut Aussage einer Führungskraft können darüber hinaus auch Führungskräfte, aufgrund der eingeschränkten Übermittlung von Informationen bei digitaler Kommunikation, durch mehr Sensibilität gegenüber Ihren Mitarbeitenden profitieren und Missstände so besser wahrnehmen. Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen die Handreichung „Zoom-Fatigue“ der DGUV (2021), die Sie unter folgendem Link herunterladen können:
https://publikationen.dguv.de/forschung/iag/praxishilfen/4428/praxishilfe-zoom-fatigueAustausch und Kommunikation fördern:
Möglichkeiten der Begegnung bzw. Präsenzanteile können einem Kommunikationsdefizit bzw. einer befürchteten Anonymisierung entgegensteuern. Sowohl digitale Kommunikation als auch die mit Homeoffice-Nutzung einhergehende Nicht-Anwesenheit von Personen kann zu einem Wegfall oder einer Reduktion verschiedener Formen des Austauschs und der Kommunikation führen. Eine häufige Maßnahme, um sich als Team weiterhin gesammelt zu begegnen sind einheitliche Präsenztage. Hybride Meetings stellen eine Option dar, um auch wenn nicht das gesamte Team in Präsenz zusammenkommt einen Austausch zu ermöglichen. Bei technischen Schwierigkeiten kann es hier jedoch zu Nachteilen für digital teilnehmende Personen kommen. Um einem ersatzlosen Wegfall der Open-Door-Policy (infolge digitaler Kommunikation) entgegenzuwirken, kann auf eine flexible, digitale Erreichbarkeit auch bei Homeoffice-Nutzung geachtet werden. Mehr offizielle Meetings können dazu beitragen wegfallenden spontanen Austausch zu kompensieren. Um dem Wegfallen eines über den Arbeitskontext hinaus gehenden Austauschs („Socializing“) vorzubeugen, können gezielt Teamevents und Präsenztermine anberaumt werden. Um wegfallenden spontanen Austausch zu kompensieren können digitale, informelle Meetings eingeführt werden. Es ist zu beachten, dass die Bewertung dieser Art von Meeting stark variieren kann (von funktioniert gut bis nervig) und ggf. nicht jedem zusagt / nicht für jeden einen geeigneten Ersatz darstellt. Laut den Aussagen einiger Interviewteilnehmender ist ein allgemeines Hinterfragen der Praktiken und das Testen neuer Ansätze empfehlenswert. Allgemein kann es hilfreich sein Bürotage vorzusehen und gezielt flexibel zu gestalten, sodass Freiräume für spontane Präsenztreffen vorgehalten werden.
Arbeitsart und Arbeitsqualität:
Im Rahmen der Interviews wurde vermehrt berichtet, dass bestimmte Meetingarten bewusst persönlich / in Präsenz durchgeführt werden. Darunter fallen beispielsweise interaktive Aufgaben, kreative Tätigkeiten sowie vertrauliche Gespräche. Auch z.B. die Wichtigkeit eines Termins oder die Dauer und Personenanzahl können Einfluss auf die Entscheidung nehmen, ob ein Termin digital oder in Präsenz stattfindet. Die Nutzung von Homeoffice kann eine Veränderung der Arbeitsart hin zu mehr Einzelarbeit mit sich bringen. Dies ´kann als Stress empfunden werden. Es bietet sich entsprechend an das Thema Arbeitsart und -leistung auch auf einer sozialen / menschenbezogenen Ebene abseits von direkter Effizienz und Leistung zu betrachten.Nachhaltigkeit durch individuelles Verhalten fördern:
Ob die Nutzung von Homeoffice einen positiven Einfluss auf Energieverbräche nimmt oder nicht hängt von zahlreichen Faktoren ab. Unabhängig davon können Energieeinsparungen im Büro durch individuelle Verhaltensanpassungen erzielt werden. Eine Sensibilisierung von Mitarbeitenden und deren Eigendisziplin können förderlich sein. Konkrete Maßnahmen stellen beispielsweise das Ausschalten von Lichtern und Geräten bei Verlassen des Büros dar.| Ausgabevariable | Ist-Zustand | Variation | Differenz |
|---|---|---|---|
| Wärmeverbrauch in kWh/a | |||
| Wärmeverbrauch in kWh/m²a | |||
| Gesamter Stromverbrauch in kWh: | |||
| CO2-eq-Emissionen für Wärmeverbrauch in kg CO2-eq/a | |||
| CO2-eq-Emissionen für Stromverbrauch in kg CO2-eq/a | |||
| Jährliche Pendeldistanz Verkehrsmittel a in km | |||
| Jährliche Pendeldistanz Verkehrsmittel b in km | |||
| CO2-eq-Emissionen Pendeln Verkehrsmittel a in kg CO2-eq/a | |||
| CO2-eq-Emissionen Pendeln Verkehrsmittel b in kg CO2-eq/a | |||
| Stromverbrauch IKT-Ausstattung in kWh/a |
Veränderte Tagesstrukturen und Gleichzeitigkeit verschiedener Lebensbereiche regeln:
HO kann eine flexiblere Gestaltung des Alltags ermöglichen, wodurch sich Arbeitszeiten möglicherweise zeitlich in andere Bereiche des Tages verschieben. Bei Nutzung dieser Chance, gilt es jedoch gleichzeitig die Schattenseiten zu meiden: Sollten Arbeitszeiten deutlich in den Abend oder gar die Nacht verschoben werden, können Unternehmen unterstützen, um dies zu vermeiden. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass Pausen im HO vernachlässigt werden. Hier kann es ggf. helfen, den HO-Anteil zu reduzieren und Präsenzarbeit zu fördern, wenn sich der Umstand durch Struktur und Planung nicht durch Mitarbeitende im HO selbst erfolgreich bewältigen lassen. Durch die Gleichzeitigkeit von Arbeit und Privatem bei HO-Nutzung kann ebenfalls unter Umständen eine Belastung entstehen. Dem Verschwimmen der verschiedenen Bereiche entgegenzuwirken kann Selbstdisziplin erfordern. Darüber hinaus kann eine Dysfunktionalität entstehen, die sich durch ein bewusstes Entscheiden für das eine oder das andere meiden lässt (z.B. bewusstes Zeitnehmen für die Kinder oder die Pflege von Angehörigen und Vermeidung der Parallelität).
Entgrenzung meiden:
Eine weitere Schwierigkeit im Kontext der HO-Nutzung stellt die Entgrenzung dar. Folgende Maßnahmen wurden im Zuge der Interviews genannt:
• Selbst Grenzen setzen / Selbstdisziplin
• Führungskräfte und Team als Vorbilder
• Srategien zum Abschalten, z.B. Visuelle Abgrenzung (Abbau Arbeitsausstattung) und Weglegen des Arbeitshandys
• Freizeit im Kopf schaffen / schützen
• Zur Arbeit fahren für klare Trennung
• Grenzen setzen und kommunizieren (z.B. gegenüber Vorgesetzten, Kolleg*innen, Familie) [1]
Mentale Gesundheit stärken:
Auch die psychische Belastung kann durch HO zunehmen. Im Rahmen der Interviews wurde angesprochen, dass beispielsweise bei Vereinsamung ein aktives Gegensteuern erforderlich sei. Personen, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit im HO verbringen, könnten durch soziale Aktivitäten in der Freizeit (z.B. Sportverein, Treffen mit Freunden, (…)) profitieren. Auch das hybride Modell, also die Mischung zwischen Büro- und HO-Arbeit, wurde als förderlich bei der Reduzierung des Mental Overloads genannt. Unsere Projektergebnisse weisen allerdings darauf hin, dass das Arbeiten am selben Tag im HO sowie im Büro mit einer höheren Stressbelastung einhergehen kann. Daher könnte es für hybrid arbeitende Personen vorteilhaft sein, Grenzen zu setzen und an HO-Tagen nur im HO zu arbeiten und an Bürotagen nur im Büro - und and diesen Tagen der Versuchung zu widerstehen, abends noch einmal kurz die Mails zu checken. Unternehmensseitig können Workshops, z.B. Mental Health Workshops, zur Unterstützung der Beschäftigten angeboten werden.
Vorteilhafte Verhaltensmuster bei HO-Nutzung:
Als vorteilhaft in Bezug auf die HO-Nutzung wurden im Rahmen der Interviews folgende Verhaltensmuster genannt:
Vorteilhafte Arbeitssituation für HO:
Ressourcen, die sich im Rahmen der HO-Nutzung als vorteilhaft erweisen können:
Vorteilhafte Privatsituation für HO:
Als vorteilhaft in Bezug auf die Nutzung von HO wurden im Rahmen der Interviews folgende Privatsituationen genannt:
Persönliche Ressourcen bei HO-Nutzung:
Als vorteilhafte Charakterzüge / persönliche Ressourcen in Bezug auf die HO-Nutzung wurden folgende genannt:
| Ausgabevariable | Ist-Zustand | Variation | Differenz |
|---|---|---|---|
| Wärmeverbrauch in kWh/a | |||
| Wärmeverbrauch in kWh/m²a | |||
| Kälteverbrauch in kWh/a | |||
| Kälteverbrauch in kWh/m²a | |||
| Stromverbrauch Geräte in kWh/a |
Ausstattung und Räumlichkeiten
Gute Ausstattung im HO ermöglichen:
HO bietet auf der einen Seite die Möglichkeit, auch außerhalb des Unternehmensstandortes zu arbeiten. Andererseits geht damit laut einiger Interviewteilnehmender oftmals eine geringere Qualität der Ausstattung (z. B. Bildschirme, Schreibtisch, Stuhl) im Vergleich zum Präsenzarbeitsplatz einher. Eine entsprechende Nachrüstung kann sich als sinnvoll erweisen. Informationsangebote bzw. deren Nutzung kann Mitarbeitende dazu befähigen, auch im HO auf eine geeignete Ausstattung zu achten.
Bürostrukturen förderlich gestalten:
Die durch HO-Nutzung potentiell entstehenden neuen Arbeitsweisen und Schwerpunktverlagerungen können laut einiger Interviewteilnehmender durch einen Wandel von Bürostrukturen gewinnbringend unterstützt werden. Gewünscht werden beispielsweise Kreativareale und Workshop-fähige Räume. Bei der Umsetzung von Desk-Sharing sollte auf eine praktikable Umsetzung geachtet werden. Buchungstools können einerseits organisatorische Vorteile mit sich bringen, andererseits aber auch negativ als „Over-Engineering“ bewertet werden.
Kompetenzen, Fürsorge und Vorbildfunktion
Den Einflussfaktor Führungskraft steuern und gezielt nutzen:
Die Führungskraft stellt einen der übergeordneten Einflussfaktoren auf die Nutzung von und den Umgang mit HO dar. Entsprechend entstehen neue Anforderungen an Führungskräfte sowie neue Aufgaben. Dieser Herausforderung kann mit Schulungsangeboten (auch präventiv) begegnet werden. Zudem können Führungskräfte an ihrer Vorbildfunktion arbeiten.
Veränderte Tagesstrukturen und Gleichzeitigkeit verschiedener Lebensbereiche regeln:
HO kann eine flexiblere Gestaltung des Alltags ermöglichen, wodurch sich Arbeitszeiten möglicherweise zeitlich in andere Bereiche des Tages verschieben. Bei Nutzung dieser Chance gilt es jedoch, gleichzeitig die Schattenseiten zu meiden: Sollten Arbeitszeiten deutlich in den Abend oder gar die Nacht verschoben werden, können Unternehmen unterstützend eingreifen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass Pausen im HO vernachlässigt werden. Hier kann es ggf. helfen, den HO-Anteil zu reduzieren und Präsenzarbeit zu fördern, wenn sich der Umstand durch Struktur und Planung nicht durch Mitarbeitende selbst erfolgreich bewältigen lässt.
Durch die Gleichzeitigkeit von Arbeit und Privatem bei HO-Nutzung kann ebenfalls unter Umständen eine Belastung entstehen. Dem Verschwimmen der verschiedenen Bereiche entgegenzuwirken, kann Selbstdisziplin erfordern. Darüber hinaus kann eine Dysfunktionalität entstehen, die sich durch ein bewusstes Entscheiden für das eine oder das andere vermeiden lässt (z. B. bewusstes Zeitnehmen für die Kinder oder Pflege von Angehörigen, Vermeidung von Parallelität).
Entgrenzung meiden:
Folgende Maßnahmen wurden im Zuge der Interviews genannt:
Mentale Gesundheit stärken:
Auch die psychische Belastung kann durch HO zunehmen. Im Rahmen der Interviews wurde angesprochen, dass beispielsweise bei Vereinsamung ein aktives Gegensteuern erforderlich sei. Personen, die einen Großteil ihrer Arbeitszeit im HO verbringen, könnten durch soziale Aktivitäten in der Freizeit (z. B. Sportverein, Treffen mit Freunden) profitieren.
Auch das hybride Modell, also die Mischung zwischen Büro- und HO-Arbeit, wurde als förderlich bei der Reduzierung des Mental Overloads genannt. Unsere Projektergebnisse weisen allerdings darauf hin, dass das Arbeiten am selben Tag im HO sowie im Büro mit einer höheren Stressbelastung einhergehen kann. Daher könnte es für hybrid arbeitende Personen vorteilhaft sein, Grenzen zu setzen und an HO-Tagen nur im HO zu arbeiten und an Bürotagen nur im Büro – und an diesen Tagen der Versuchung zu widerstehen, abends noch einmal kurz die Mails zu checken.
Arbeitssituation und Vertrauen
Leistung im HO halten und Überarbeitung vermeiden:
Im Rahmen der Interviews wurde einerseits die Folge eines Leistungsabfalls im Zuge der HO-Nutzung geschildert als auch die Sorge vor versteckter Mehrarbeit zum Ausdruck gebracht.
Als Maßnahme, um ersteres zu vermeiden, wurden die Arbeit aus dem Büro und die Vermeidung zu langer HO-Perioden am Stück vorgeschlagen. Letzteres erfordert eine Ehrlichkeit in Bezug auf die Arbeitszeiten und ggf. die Anstellung weiterer Mitarbeitender.
Darüber hinaus kann das Entgegenbringen von Vertrauen seitens des Unternehmens förderlich wirken. Eine offene Kommunikationskultur ermöglicht es Arbeitnehmenden sowie Arbeitgebenden, Erwartungen, Ziele und Schwierigkeiten zu adressieren.
Vorteilhafte Arbeitssituation für HO:
Ressourcen, die sich im Rahmen der HO-Nutzung als vorteilhaft erweisen können:
In diesem Bereich finden Sie eine Übersicht über die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen von Homeoffice in Deutschland. Während Sie in den anderen Bereichen der WebApp Ihre persönliche oder betriebliche Situation bewerten können, zeigen wir Ihnen hier, welche Effekte entstehen würden, wenn sich Home-Office in ganz Deutschland unterschiedlich stark verbreitet.
Die Ergebnisse helfen Ihnen dabei, Ihre individuellen Homeoffice-Entscheidungen in einen größeren Kontext einzuordnen: Wie würde sich eine deutschlandweite Zunahme oder Abnahme von Home-Office auf Klimaschutz und Energieverbrauch auswirken? Welche Bereiche haben den größten Einfluss? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in der folgenden Analyse.
Die Hochrechnung basiert auf denselben wissenschaftlich validierten Berechnungsmodellen, die auch in den Bereichen "Homeoffice und Privatpersonen" sowie "Homeoffice und Unternehmen" dieser WebApp verwendet werden. Diese Modelle wurden jedoch auf den gesamten deutschen Gebäudebestand und alle Erwerbstätigen angewendet, um gesamtgesellschaftliche Effekte zu ermitteln.
Für die deutschlandweite Hochrechnung wurden drei verschiedene Homeoffice-Szenarien untersucht:
Diese Szenarien basieren auf der Analyse der tatsächlichen Homeoffice-Nutzung in Deutschland von 2019 bis 2023.
Die Berechnungen umfassen drei wichtige Bereiche:
Es wurden über 560 Gebäudesimulationen für Wohngebäude und knapp 500 für Bürogebäude durchgeführt. Grundlage sind Regressionsmodelle mit hoher Vorhersagegenauigkeit (87–100%).
Für Wohngebäude wurden über 4.800 Gebäudeklassen analysiert, basierend auf:
Bürogebäude basieren auf 162 Gebäudeklassen, mit Parametern wie:
Die Emissionsberechnung basiert auf einem Verkehrsmodell mit:
Bewertet wurden:
Die Hochrechnung zeigt: Der Gebäudesektor hat mit etwa 155–160 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr den größten Anteil (ca. 80%).
Netto-Effekt: Reduktion um etwa 1,5 Mio. Tonnen CO₂ im HO-Plus-Szenario
Homeoffice hat klimapolitisch ambivalente Effekte: Einsparungen beim Pendeln stehen höheren Emissionen im Wohnbereich gegenüber.
Warum? Bürogebäude sind effizienter als Wohnungen; zu Hause werden oft zusätzliche Räume beheizt.
Die Darstellung ermöglicht es, individuelle Entscheidungen besser in den gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.